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 Die Ureinwohner

Zu fast noch mehr Theorien und Mutmassungen als die Atlantis-Legende hat die Frage um die Ureinwohner der kanarischen Inseln Anlass gegeben. Angefangen bei den Namen der einzelnen Inseln, die sich im Laufe der Jahrhunderte mehrere Male geändert haben, mit der einzigen Ausnahme von Gran Canaria, das bis zur Conquista "Tamarlán" genannt wurde. Hier taucht erneut ein Widerspruch auf:

Prinz Juba, Sohn des Königs von Numidia (dem heutigen Mauretanien), wuchs in Rom auf und wurde nach römischen Kriterien erzogen und geformt. Er soll auf den kanarischen Archipel gereist sein und von hier zwei der grossen, einheimischen Hunde mitgenommen haben, "canis grandae", wonach die Insel ihren Namen Gran Canaria erhalten hat.

Doch handelt es sich auch hier um reine Spekulation, denn sämtliche Dokumente betreffend Juba und sein Leben sind entweder verlorengegangen oder haben nie wirklich existiert.


 

Geologische Funde bestätigen folgende Tatsachen: der Archipel ist seit höchstens dreitausend Jahren bevölkert; ältere Fossilien, die auf Anwesenheit von Menschen schliessen könnten, sind nicht gefunden worden. Anthropologische Knochenfunde haben ausserdem erwiesen, dass die Urbevölkerung aus mindestens drei Rassen bestanden hat, die auch noch unterschiedlich auf die einzelnen Inseln verteilt waren:

- dem Cromagnon
- dem Berber
- und dem negroiden Typ des Schwarzafrikaners.

Diese Funde scheinen ihrerseits auch die verschiedenen Theorien zu bestätigen, wonach es keine einheitlichen, kanarischen Ureinwohner gibt, und dies wiederum scheint die Vermutung zu bestärken, das verschiedene Gruppen aus verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten auf bis heute weitgehend unbekannte Art und Weise auf den Archipel gelangt sind.

Aus den meisten Berichten über die Urbevölkerung des Archipels geht hervor, dass die Bewohner der einzelnen Inseln keinen Kontakt zueinander hatten und sich in ihrer Sprache und ihren Gewohnheiten, Riten und allgemeinen Verhaltensweisen deutlich unterschieden.

Amüsant ist eine Beschreibung der Insulaner in einer alten Chronik:
da werden zum Beispiel die Einwohner von Fuerteventura und Lanzarote als strenge, ernsthafte Menschen beschrieben, die Gomeros als ässerst geschickt, die von Gran Canaria als immer fröhlich, die von Teneriffa als mutig und aussergewöhnlich stolz
und schliesslich die Palmeros und Herreños als zur Melancholie neigend.

Eine viel verbreitete Spekulation über die Ureinwohner besagt, dass nordafrikanische Einwohner aus dem damaligen Gebiet von Karthago sich gegen die römischen Eroberer erhoben hatten und von den neuen Herren mit wenig Lebensmitteln und ein paar Haustieren auf Boote verschleppt und gen Westen gesandt wurden.

Eine fragwürdige Spekulation, denn Schiffbau war eine hohe und von wenigen beherrschte Kunst, Holz war schon in jener Epoche ein seltenes Gut und man kann sich schwer vorstellen, warum die Römer so wichtige Rohstoffe hätten vergeuden sollen, um sich ein paar Aufständige vom Hals zu schaffen, anstatt ihnen ganz einfachdie Kehle durchzuschneiden.
Eher glaubwürdig erscheint, dass sich unter den Rebellen auch Leute mit einem gewissen Reichtum befanden, denen die Flucht vor den Tyrannen durch Anheuern navigationserfahrener und wohl auch skrupelloser "Sklaventransporter" gelang.
(Wer heute auf dem kanarischen Archipel lebt, dem kann die Parallele zu den "pateras" und ihrer erbarmungswürdigen, menschlichen Fracht nicht entgehen...)

Aber der kanarische Archipel als Mythos und Nährboden für die kühnsten Spekulationen scheint ein unerschöpfliches Thema zu sein, weder an Zeit noch an Ideologien gebunden. Eine der vielleicht erstaunlichsten Theorien über die Herkunft der kanarischen Ureinwohner ist nicht älter als ein Jahrhundert und wurde von einem deutschen Historiker verfasst und erzählt folgendes:
die Goten hatten in Nordafrika erfolgreich gegen die eingedrungenen Römer gekämpft, bevor sie selber Opfer der Verfolgung durch die Araber wurden. Die berühmte Geschichte der abgeschnittenen Zungen, deren Opfer die Vandalen wurden, ehe man sie nach den kanarischen Inseln verschiffte, begründet die Theorie, dass die Guanchen von den Goten abstammen, was ihr Aussehen erklären würde:
gross und kräftig gebaut, mit heller Haut, blauen Augen, blonden Haaren
und zur Schwermut neigend...
Ihr höchstes Prinzip war, das gegebene Wort zu halten, ihr schlimmstes Verbrechen, es nicht zu tun!

Diodorus der Sizilianer (1.Jhdt.v.Chr.) hält hingegen Westafrikaner für die Ureinwohner des Archipels. Er erzählt, dass einige Fischer vor der westafrikanischen Küste plötzlich von einem Sturm erfasst und auf eine westliche Insel getrieben wurden, die sie Alizuth nannten.

Die römische Kolonisation Nordafrikas vom 1.Jhdt.v.Chr. bis ins 3.Jhdt.n.Chr. hat zwangsläufig viele der Ureinwohner dieser Länder in die Flucht getrieben.

Die arabische Invasion im 7.Jhdt.n.Chr. dürfte das ihre dazu beigetragen haben, dass viele Einheimische eher die Flucht vorzogen, als sich zum Islam zu bekehren. Eine ebenfalls wichtige Tatsache war die progressive Desertifikation Nordafrikas: die sich immer weiter ausbreitende Sahara raubte den Menschen ihren Lebensraum und zwang sie, anderswo ihr Auskommen zu finden.

Der Rest ist Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Die "Entzauberung" des kanarischen Archipels begann mit dessen Eroberung durch Jean de Bethencourt im Auftrag der katholischen Könige Isabel und Fernando von Kastilien, anfangs des 15. Jahrhunderts. Von diesem Zeitpunkt an kann man alles nachlesen, was die Kanaren betrifft, wenngleich ein Hauch von Mystik die Inselgruppe im Atlantik nie ganz verlassen hat, noch verlassen wird.

Offensichtlich zieht nicht nur das milde Klima seit Jahrhunderten Menschen hierher, denn ohne Träume und Idealvorstellungen wäre der "Homo sapiens" bloss ein Instrument, ein Arbeitstier, und wahrscheinlich unterscheidet eben diese Vorstellung vom "verlorenen Paradies" ihn von allen anderen Kreaturen. Wo auch immer die "Inseln der Glückseligen" liegen mögen, hier auf dem Archipel kann man sich tatsächlich eine Vorstellung davon machen.



 

 

Quelle: Report Tenerife