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 Schutzzone für die Wale Teneriffas!

Das Meeresgebiet der Kanarischen Inseln ist eine wahre Schatztruhe für das Beobachten von Walen und Delfinen. Eine der Ursachen liegt in der besonderen, vulkanischen Struktur des Meeresbodens. Fast unmittelbar vor der Küste fällt der Meeresboden auf enorme Tiefen ab, was bedingt, dass man den Lebensraum der hier sesshaften Walkolonien in recht kurzer Zeit erreichen kann. Ebenso wie man bereits die Antarktis zu einem Schutzgebiet für Wale erklärt hat, sollte man auch die Südwestküste Teneriffas zu einem Nationalpark deklarieren, um dieser ausserordentlichen Vielfalt an Meeresbewohnern und insbesondere den sesshaften Walkolonien ein artgerechtes Leben zu garantieren. Dieser Akt, dessen Umsetzung bereits in Arbeit ist, nützt sicherlich nicht nur der spanischen Gesellschaft sondern der Menschheit schlechthin.

Wale in Sicht! ... Ein Ruf, der schon aus Walfängertagen elektrisierend wirkte schallt über Deck. Teller und Tassen purzeln von kleinen Vespertischen der Ausflugsgesellschaft, da jeder an Bord zur Reling stürzt um einen besonders guten Ausgucksplatz zu bekommen. Die Drehzahl der Schiffsmotoren verlangsamt sich, Walfinnen schauen aus dem Wasser und hunderte von Kameras surren und rattern um die Wette. Eigentlich werden sie schon wieder gejagt und abgeschossen nur eben mit der Kamera, das Überleben bleibt so wenigstens garantiert. Die Spannung der Gäste ist erheblich! Wilde, überraschte Aufschreie ertönen aus allen Ecken des Schiffs. Die Wale sind in Bewegung, tauchen ab, erscheinen wieder, mal hier, mal da, sie wirken etwas aufgeregt auf mich. Ob sie wohl Angst haben? Die Gruppe, die wir hier aufgespürt haben scheint aus ca. hundert Tieren zu bestehen und der Versuch, sich von unserem Schiff weg zu bewegen ist ziemlich deutlich. Die Motoren fahren wieder hoch und mit voller Kraft geht der Skipper auf Verfolgungskurs, ganz wie zu den "alten" Walfängerzeiten. Neu ist lediglich dass nun nicht die Harpunen fliegen, sondern nur ein paar hundert Meter Zelluloid belichtet werden. Diese Beschreibung einer Wal-Beobachtungs-Fahrt stammt von Don Pedro Pozas Terrados aus dem Jahre 1995.


 

Heute, sieben Jahre später, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Ausflugsschiffe haben heute natürlich ein erheblich anspruchsvolleres Niveau und die Besatzungen sind geschulter, aber die Faszinationist nahezu unverändert. Weiter schrieb er: Nach gut zehn Minuten war der ganze Zauber vorbei. Das Meer schien so leer wie eh und je und lediglich ein paar hellblaue, fliegende Fische schwirrten aus den Fluten auf und flüchteten vor dem stählernen Ungetüm auf dem wir uns alle aufhielten. Erneut sank die Drehzahl und diesmal stoppten die Maschinen richtig. Stille war auf dem Meer und der routinierte Skipper hielt gründlich Ausschau mit seinem Fernglas wo unsere Wale wohl wieder auftauchen würden. Sie haben Lungen, so wie wir und müssen ja wieder hoch. Der Skipper will uns zufrieden stellen, er weiss wir haben dafür bezahlt und schliesslich macht er das jeden Tag drei Mal.
Da, dort drüben, weiter rechts! Noch einer und noch einer! Zu beiden Seiten des Schiffs tauchen sie wieder auf, schnaufend und prustend. Ich gehe jetzt mal nach unten, denn dies ist schliesslich ein Katamaran mit Fenstern unter der Wasserlinie, genau dafür gebaut, dass man die Wale auch einmal ganz sehen kann, nicht nur die Rückenflossen. Als erstes sehe ich gar nichts, alles nur blau wie in einem Aquarium. Doch plötzlich, aus dem Nichts kommen sie , nähern sich der Scheibe, sie sind riesig! Etwas verlassen und leicht bekümmert bewegen sie sich mit leichten Flossenschlägen mit uns mit. Majestätisch, ich bin schwer beeindruckt. Einige scheinen Weibchen zu sein, da die Jungtiere beinahe an ihnen zu kleben scheinen. Man meint sie scheinen Faxen zu machen, verlieren Scheu und kommen näher an meine Scheibe. Von oben höre ich verzückte Schreie von den anderen Passagieren. Hier unten ist in der Tat eine andere Welt. Ein stimmungsvoller Frieden zieht mich in seinen Bann. Ein besonders grosses Tier von ca. 5 Metern Länge schwimmt auf mich zu und schaut mich an. Ohne Scheibe könnten wir uns berühren. In kindlicher, naiver Begeisterung schliesse ich die Augen und als ich sie wieder öffne, ist er verschwunden. Wir werden uns nicht wiedersehen, aber seine Nachricht habe ich bekommen.

Der CALDERON TROPICAL (Globiceohala macrorhynchus)

Die Bezeichnung Pilotwale ist ausgesprochen umgangssprachlich und eine Vermischung aus dem Englischen "pilotwhales" und dem Deutschen Wort Wal. Die Spanier nennen sie "calderones" und auf Deutsch heissen sie Zwerg-Grindwale, weil ihre Brustflossen kürzer sind als bei den bekannten Grindwalen der Nord- und Ostsee, dem (Globicephala malaena). In Wirklichkeit sind es überhaupt keine Wale. Das Vorhandensein von Zahnreihen in Ober- und Unterkieferbereich klassifiziert sie zu den Zahnwalen in der Familie der Delfinarten.

Jeder Wal ist einzigartig und man kann ihn anhand einer Fotografie seiner Rückenflosse sowie seiner Rückgratbiegung zweifelsfrei identifizieren. Darüber hinaus weist jeder Wal individuelle Kratzer und Narben vor, die in der Regel Folgen von persönlichen Rangeleien sind, welche die Hierarchie in der Familie klären. Manche Männchen fallen richtig gehend auf, wie beispielsweise unser "Kapitän Cook", der eine rechtwinklig abgeknickte Finne vorweist. Er scheint einer der ältesten Wale dieser Gruppe zu sein. Man schätzt sein Alter auf ca. 30 Jahre, er ist fast fünf Meter lang und wiegt so um die drei Tonnen.

Die Schwangerschaft der Weibchen dauert zwischen 12 und 15 Monaten und die darauffolgende Stillzeit dauert ungefähr ein Jahr. Der Abstand zwischen zwei Geburten bei ein und derselben Walkuh beträgt in der Regel 3 Jahre. Spektakulär ist der Geburtsvorgang an sich. Hier zeigen sich die älteren Weibchen als regelrechte Hebammen, in dem sie das Neugeborene mit ihren Köpfen zur Wasseroberfläche schubsen, auf dass es atmen kann, dennSchwimmen muss es erst lernen. Eine der vielen Ähnlichkeiten der Wale mit uns Menschen ist zum Beispiel die lange Periode von Kindheit und Jugend. Die Weibchen treiben gut 9 Jahre lang im Kielwasser ihrer Mütter, bis sie zur Geschlechtsreife ausgewachsen sind, bei den Knaben dauert dies sogar bis zu 15 Jahren. Wen wundert es da noch, dass so eine intensive Mutter-Kind Beziehung wächst, welche oft lebenslänglich von Bestand ist. Das Leben im Kielwasser der Mutter spart Kräfte ein beim Schwimmen, was der Jungwal dann in Wachstum umsetzen kann.

Häufig treffen die verschiedenen Grossfamilien zusammen und bilden enorme Ansammlungen. Bei diesen Gelegenheiten werden regelrechte Babysitter abgestellt, um grössere Gruppen von Jungtieren, die unartig und frech umherflitzen, nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Diese Zusammenkünfte scheinen eine soziale und eine Fortpflanzungskomponente zu haben und dauern von nur wenigen Stunden, bis zu mehreren Wochen. Die eigentlichen Paarungsrituale hat man zwar noch nicht erforschen können, doch ist man sich sicher, dass das stets warme Wasser im Kanarischen Archipel sicherlich eine positive Stimmulans darstellt.

Es steht jedoch ausser Zweifel, dass es zwischen Grindwalen und der Südküste Teneriffas eine besondere Beziehung gibt. Es scheint als ob sich die Wale diesen Meeresstreifen auserwählt haben, um ihre Lieblingsspeise - einen Tiefseetintenfisch - den es hier reichlich gibt, zu verspeisen, und Kinder zu gebären. Die Wale jagen und fressen nachts, so dass die Tage eigentlich dem Schlafen und Ausruhen gewidmet sind, so man sie lässt.

Die Belastung durch den Tourismus

Die Ausgangshäfen für Wal-Beobachtungsfahrten sind Las Galletas, Los Cristianos, Puerto Colón in Las Américas, San Juan und die Marina von Los Gigantes. Die Menge der Fahrzeuge ist mit der steigende Nachfrage nach solchen Exkursionen enorm gestiegen. Seit dem Jahre 1989 ist die Zahl der Schiffe jedes Jahr deutlich angewachsen. Foto Safaris werden sie häufig genannt und stören die Ruhe der Grindwale zweifellos, insbesondere wenn es sich um Fahrzeuge handelt, die sich unter Motor den Walen nähern. Besonders chaotisch wird es für die Wale, wenn sich diverse Schiffe gleichzeitig nähern und dabei fortwährend ihren Kurs ändern. In diesen Fällen entsteht ein derartiges, akustisches Chaos unter Wasser, dass die Wale in Panik geraten. Dem Touristen zur Freude, den Walen zum Leid, trifft man sie fast immer an den gleichen Stellen an. Ihr Standort variiert nur um wenige Meilen nach rechts oder links. Die Gäste haben bezahlt und wollen etwas sehen für ihr Geld, also gibt der Skipper stets sein Bestes.


Los Cristianos 2002

Seit 1989 hat sich viel getan. Die Zeiten, wo jeder Freizeitskipper über Nacht zum Walfachmann und Ausflugsveranstalter avancieren konnte, sind definitiv vorbei. Es gibt sogenannte Wal-Fahrten-Richtlinien, welche die Begegnungsmanöver mit den Säugern der Meere reglementieren. Des weiteren hat die Zahl der Segelschiffe und insbesondere der Segelkatamarane gegenüber den Motoryachten erheblich zugenommen, was den Unterwasserlärmpegel erheblich gesenkt hat. Und, was am wichtigsten ist, die Kapitäne sind heute auf ihre besondere Aufgabe vorbereitet und machen nicht "nur ihren Job". Darüber hinaus sind die zuständigen Behörden zur Zeit dabei, einen uralten Wunsch verschiedenster Umweltschützer umzusetzen und die Meerenge zwischen La Gomera und Teneriffa zu einem Naturschutzgebiet umzuwandeln. Damit könnte erstmalig ein integraler Schutzraum für die Meeressäuger entstehen, da in diesem Fall die strengen Vorschriften für alle Wasserfahrzeuge gelten würden und nicht nur für die "Berufsschifffahrt". Gleichfalls in Vorbereitung befindet sich so eine Art Gütesiegel - ähnlich dem der blauen Flagge für ordentliche und sichere Strände - um den, für gewöhnlich arglosen Feriengast, eine Entscheidungshilfe zu geben.

Los Cristianos steht in diesem Sommer im Mittelpunkt vieler Aktivitäten zum Wohlergehen der Wale und Delfine von Teneriffa. Das 4.800 qm grosse Gemälde der Meeressäuger des Archipels wird in den Monaten Juli und August fertig gestellt werden, während am Strand und den angrenzenden Promenaden Naturfreunde aus aller Welt, täglich neue spektakuläre Veranstaltungen inszenieren werden. Man darf sich darauf freuen oder auch Mitmachen! Und übrigens, gehen sie einmal etwas dichter heran, an den grössten aller Säugetiere - den 28 Meter langen Blauwal - an der Hafenmole von Los Cristianos und schauen Sie ihm ins Auge! Hier wartet eine witzige Überraschung auf Sie.


 

Quelle: Report Tenerife